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Aus der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum im Jahr 2000.

Der Versuch einer Chronik

Wenn wir diesem Beitrag als zweite Überschrift „Versuch einer Chronik“ gegeben haben, dann deswegen, weil Unterlagen aus der Zeit vor 1945 leider nicht mehr lückenlos vorhanden sind. Somit lassen sich Ereignisse und Abläufe im Vereinsleben gerade während und kurz nach der Gründung nur bruchstückhaft verfolgen.

Geschossen wurde in Eschbach schon in wesentlich früheren Jahren, wovon alte Flurnamen „Schießhütte“, „Schützendries“ und „Schützenwiese“ zeugen, aber erst im Jahr 1900, genau am 7. Juli 1900, erfolgte die Gründung eines Schützenvereins. Dieser wurde von insgesamt sechzehn Männern ins Leben gerufen und führte den Namen „Schießverein Eschbach“. Vorsitzender war der Förster Paul Schultz.

Aufgrund mehrerer Aufträge erhielten die Schützen nach einiger Zeit die Genehmigung, am Seierstein einen Schießstand zu bauen, wo auf eine Entfernung von 150 m geschossen wurde.

In Eschbach existierte auch eine Zimmerschützen-Gesellschaft „Einigkeit“, deren Gründung im Januar 1907 erfolgte. Beide Vereine lebten nebeneinander her und erlebten wohl einen Mitgliederrückgang. Die Tatsache, dass der „Schießverein“ seine Schießübungen nur im Freien absolvierte und somit in den damals sehr viel kälteren Wintermonaten mehr oder weniger zum Nichtstun verurteilt war, sowie der zuvor erwähnte Rückgang von Mitgliedern führte schließlich dazu, dass sich die beiden Vereine zusammenschlossen. Am 19. Mai 1912 kam es zwischen dem „Schießverein Eschbach“ und der Zimmerschützen-Gesellschaft „Einigkeit“ zur Fusion, und beide führten nunmehr den Namen „Schützenverein 1900 Eschbach“.

Der Ausbruch des 1. Weltkrieges im August 1914 führte zu einem völligen Erliegen des Vereinslebens. So enthalten die Buchführungsunterlagen im November 1914 die letzte Eintragung. Im Januar 1915 fand noch eine Jahreshauptversammlung statt, danach erloschen die Aktivitäten, die Kriegsereignisse bestimmten den Alltag.

Offensichtlich kehrte aber bereits unmittelbar nach Ende des 1. Weltkrieges (November 1918) wieder Normalität im Schützenverein ein, denn schon ab Januar 1919 finden sich im Kassenbuch Eintragungen über Beitragseinnahmen, am 15. Februar 1919 wurde auch eine Mitgliederversammlung durchgeführt.

In den angeblich „Goldenen Zwanzigern“ finden sich keinerlei Hinweise auf herausragende Aktivitäten. Allerdings enthält das Kassenbuch in jedem Jahr Eintragungen, sodass davon ausgegangen werden kann, dass trotz der Schwierigkeiten der Nachkriegszeit, die in der Inflation 1923 gipfelten, ein geregeltes Vereinsleben existierte.

Ein herausragendes Ergebnis in der Geschichte des Schützenvereins war sicherlich die Anschaffung der Vereinsfahne im Jahr 1930. Der Ankauf der Fahne erfolgte zum Preis von 800,00 Mark bei der Firma Hisgen in Lich. Welch stattliche Summe dies gewesen ist zeigt sich, wenn man bedenkt, dass ein durchschnittlicher Monatslohn zu dieser Zeit bei rund 100,00 Mark lag. Noch im selben Jahr wurde ein Schützenfest gefeiert – das erste übrigens in Eschbach – verbunden mit der Fahnenweihe der neu angeschafften Fahne.

Im Kreis-Blatt für den Kreis Usingen vom 16. Juli 1930 findet sich ein ausführlicher Bericht über das Schützenfest in Eschbach. Durch dieses Schützenfest wurde das Interesse am Schützenverein Eschbach geweckt und es konnten etliche neue Mitglieder gewonnen werden. Mehrere Erfolge bei Meisterschaften und Preisschießen zeugen davon, dass der Verein dann bis 1939 sportlich auf der Höhe war.

Die Mitgliederversammlung am 14. Januar 1939 war für viele Jahre die letzte. Der Ausbruch des 2. Weltkrieges im September 1939 führte dazu, dass das fröhliche Vereinslebenden Kriegserlebnissen weichen musste und erlosch.Im Kassenbuch finden sich zwar noch Eintragungen bis zum Jahr 1944, doch handelt es sich hierbei lediglich um die Mitgliederbeiträge. Der Krieg schlug erbarmungslos immer schwerere Wunden, mehr und mehr jüngere Männer starben den Soldatentod, wurden vermisst oder verwundet.

Die Heimat wurde zum Kriegsschauplatz.

Die Kriegs- und Nachkriegsjahre brachten Not und Elend und die Eschbacher Bevölkerung hatte andere Sorgen, als sich um das Wohl und Wehe des Schützenvereins zu kümmern.

Hinzu kam, dass nach dem Ende des 2. Weltkrieges im Mai 1945 der Schießsport in Deutschland verboten sowie der Besitz und die Verwendung jeglicher Waffen untersagt und unter Strafe gestellt war. Eine jahrelange Zwangspause war die Folge.

Erst im Jahr 1951, nach zähen Verhandlungen mit den Alliierten, gelang es engagierten Sportschützen in Hessen, dass der Schießsport wieder erlaubt wurde.

Auch in den Herzen der Eschbacher Schützen war die Liebe zum Schießsport nicht erloschen. Neben den Vereinskameraden, die schon vor dem 2. Weltkrieg Mitglied im Schützenverein waren, fanden sich neue Männer, die das sportliche Schießen im Verein wieder ausüben wollten.

So kam es am 19. Juli 1952 zu einer Versammlung in der Gastwirtschaft Lind (Gasthaus „Zum Deutschen Haus“), bei der fünfundzwanzig Anwesende die Wiedergründung des, Schützenvereins beschlossen und somit sieben Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges dem Schützenverein 1900 Eschbach zu neuem Leben verhalfen. Vorsitzender des wiedergegründeten Schützenvereins war Heinrich-Wilhelm Störkel, der den Verein bereits von 1930 bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges geführt hatte.

Wie aus dem Protokoll über die Wiedergründungsversammlung hervorgeht, trafen sich die Schützen jeden Samstag am Abend zu ihren Trainingsstunden. Diese wurden interessanterweise abwechselnd im Vereinslokal Lind in Eschbach sowie im Gasthaus „Zum Kühlen Grund“ im benachbarten Michelbach abgehalten.

Die Aufnahme des Schießbetriebes gestaltete sich zunächst als schwierig, da nach Beendigungen des 2. Weltkrieges von den alliierten Besatzungsmöchten die Beschlagnahmung der Waffen vorgenommen worden war und der Verein über keine vereinseigenen Waffen mehr verfügte.

Mit zwei Luftgewehren aus privaten Beständen begann die Ausübung des Schießsports im Schützenverein Eschbach. Mit welchen Problemen als Folge des verheerenden 2. Weltkrieges die Schützenvereine, so auch der Schützenverein Eschbach, zu kämpfen hatten, zeigt der Antrag des Schützenvereins Eschbach vom 24. September 1953 an das Landratsamt Usingen. Mit diesem Schreiben wurde Schadensersatz für die an die Besatzungsmacht abgelieferten Gewehre-drei Scheibenbüchsen, drei Kleinkalibergewehre, drei schwere Luftgewehre und ein Zimmerstutzen – beantragt.
Die Antwort des hessischen Ministers für Arbeit, Landwirtschaft und Wirtschaft vom 18. Dezember 1953 fiel leider negativ aus. Als Fazit wurde mitgeteilt, dass ein Schadensersatz nur dann gemeldet werden kann, wenn die abgelieferten Gegenstände nachweisbar der Berufsausübung gedient hatten. Damit war der Antrag auf Schadensersatz abgelehnt.

Das Vereinsleben – durch den 2. Weltkrieg unterbrochen – florierte nun wieder. Preisschießen sowie regelmäßige Übungsschießen wurden veranstaltet, und so langsam kam auch etwas Geld in die Vereinskasse. Davon wurden nach und nach Waffen, Seilzüge und Kugelfänge angeschafft. An die Übungsschießen der früheren Jahre denkt sicherlich der eine oder andere noch gerne zurück. Die Geselligkeit wurde großgeschrieben – infolge eines wesentlich geringeren Freizeitangebotes, als wir es heute kennen, war das Vereinsleben eben eine willkommene Abwechslung.

Bald wurde auch der Wunsch laut, neben dem Schießen mit Luftdruckwaffen auch das Kleinkaliberschießen wieder auszuüben.

Man erinnerte sich an den alten Schießstand am Seierstein und überlegte, ob dieser wieder in Betrieb genommen werden könnte. Nach einigen Ortsbesichtigungen war aber schnell klar, dass der Seierstein als Standort für einen Schießstand ungeeignet war. Aufgrund der vielen Spaziergänger und Ausflügler war ein Schießbetrieb mit zu hohen Gefahren behaftet.

Es begann nun eine fieberhafte Suche nach einem brauchbaren Grundstück für einen Kleinkaliberschießstand. 1955 schließlich war der Verein fündig geworden. In einem Kirschbaumstück oberhalb der Eichelgasse sollte der Kleinkaliberstand gebaut werden.

Die behördlichen Genehmigungen wurden erteilt und die Schützen machten sich an die Arbeit. Es entstand ein Schießstand mit einer Bahn auf eine Entfernung von 50 m, der bereits 1956 fertiggestellt war. Die Einweihung des neuen Schießstandes wurde mit einem Sommernachtsfest verbunden und fand am 25. und 26. August 1956 statt.

Der Schützenverein Eschbach konnte nunmehr das Schießen mit Luftdruckwaffen und mit Kleinkalibergewehr anbieten, was denn auch zu einem starken Mitgliederzuwachs führte.

Dass die Eschbacher Schützen neben dem ernsthaften sportlichen Schießen auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommen ließen und Sinn für Humor hatten, zeigt der nachfolgende Beitrag zur vereinsinternen Faschingsfeier 1957:

Um nachher die Verpflegung reibungslos abwickeln zu können, soll ab sofort bei Willi Lang die Bestellung auf Hackbraten, Rippchen, Schnitzel usw. vorgenommen werden. Da sowieso die Mehrheit der anwesenden Männlichkeit gegen Kaffee und Kuchen war, wird das gemeinsame Kaffeetrinken ausfallen. Kaffee und Kuchen sind wieder mit heim zu nehmen, jeder soll zu Hause davon essen. Die mitgebrachen Kaffeetassen können als Schnaps- bzw. als Likörgläser verwendet werden.

Das Protokoll der Jahreshauptversammlung 1959 enthält unter anderem den Beschluss, einen Schaukasten am Vereinslokal aufzuhängen, worin die Schießstunden und sonstige vereinsinterne Dinge mitgeteilt werden konnten. Bisher waren die den Verein betreffenden Nachrichten noch vom Gemeindediener bekanntgemacht worden.

Vom 09. bis 11. Juli 1960 wurde das sechzigjährige Bestehen mit einem Schützenfest gefeiert, das am Samstag und Sonntag stark verregnet war.

Als herausragende und bedeutende Ereignisse für das kleine Eschbach sind festzuhalten, dass der damalige Präsident des Deutschen Schützenbundes, Herr Georg von Opel, die Schirmherrschaft für dieses Schützenfest übernommen hatte und dass die beliebte Rundfunksendung „Frankfurter Wecker“ direkt aus Eschbach übertragen wurde. Der „Frankfurter Wecker“ war in den fünfziger und sechziger Jahren eine sehr beliebte und bekannte Rundfunksendung. So wundert es nicht, dass sich rund fünfhundert Besucher im Saal vom Becker-Lui (heutiger Landgasthof „Eschbacher Katz“) drängten, als am Montag um sechs Uhr morgens die zweistündige Übertragung begann.

Im Anschluss an die Veranstaltung des „Frankfurter Wecker“ ging es ins Festzelt zum Frühschoppen. Mit viel Freibier und – quasi als Entschädigung für die beiden verregneten Festtage – strahlendem Sonnenschein klang das Schützenfest am Montag aus.

Bisher hatte die Amtszeit des Vorstandes lediglich ein Jahr betragen was dazu führte, dass in jeder ordentlichen Jahreshauptversammlung die leidige Prozedur der Vorstandswahl durchgeführt werden musste. Die Jahreshauptversammlung 1963 beschloss, die Amtszeit des Vorstandes auf die Dauer von drei Jahren festzusetzen. Damit sollten mögliche ständige Wechsel in der Zusammensetzung des Vorstandes vermieden werden und dafür eine gewisse Kontinuität gewährleistet sein.

Veränderte Sicherheits- und schießtechnische Bestimmungen machten im Laufe des Jahres 1966 die Benutzung des Kleinkaliberschießstandes in der oberen Eichelgasse unmöglich, der dortige Schießbetrieb musste leider eingestellt werden. Da die Anlage den Bauvorschriften nicht mehr entsprach, wurde sie am 23. August 1967 endgültig geschlossen. Damit konnte sich der Verein nur noch auf die Übungsstunden im Gasthaus „Zum Deutschen Haus“ beschränken.

Der Neubau der Mehrzweckhalle (Bürgerhaus)1967/1968 in der Schulstraße führte dazu, dass dem Schützenverein im Kellergeschoss ein Raum für die Einrichtung eines Schießstandes für Luftdruckwaffen zugesprochen wurde. Gegenüber den bisherigen Übungsstunden im Vereinslokal „Zum Deutschen Haus“ konnten nun die Scheibenanlagen und Kugelfänge fest installiert werden und mussten nicht zu jedem Schießen zuerst auf- und dann abgebaut werden. Am 13. Oktober 1968, einem Sonntag, wurde der neue Luftdruckwaffenstand in der Mehrzweckhalle in Eschbach eingeweiht.

Dass der Verein nun über einen ständig benutzbaren Schießstand verfügte, erhöhte auch die Anzahl der Übungsschießen bzw. Trainingsstunden. War im Protokoll der Wiedergründerversammlung vom 19. Juli 1952 noch festgelegt worden, dass die Schießstunden einmal wöchentlich ausgeübt werden, so war zu Beginn der sechziger Jahre das Interesse an diesen Schießstunden zeitweise zurückgegangen. Das führte schließlich dazu, dass sich der Vorstand genötigt sah, den Schießbetrieb nur noch in einem Rhythmus von vierzehn Tagen stattfinden zu lassen.

Nunmehr konnte dazu übergegangen werden, sogar zwei Trainingsabende pro Woche abzuhalten. Dieser Trainingsfleiß zahlte sich aus, die Leistungen der Eschbacher Schützen verbesserten sich deutlich und trugen dazu bei, dass der Verein vor allem viele neue jugendliche Mitglieder gewinnen konnte. So vermerkt das Protokoll der Jahreshauptversammlung 1972 die stattliche Anzahl von achtundneunzig Mitgliedern, wovon fast zwei Drittel der jüngeren Generation angehörten.

Wie emsig die Eschbacher Schützen ihre Schießabende betrieben zeigt folgende Begebenheit des Jahres 1972: Als der Schießstand in der Mehrzweckhalle zwischenzeitlich nicht zu benutzen war, wich man zum Training sogar in einen Kuhstall aus.

Leider waren auch unerfreuliche Ereignisse zu verzeichnen. So wurden sowohl 1970 als auch 1973 Einbrüche in die Mehrzweckhalle verübt, bei denen zwei Luftgewehre und eine Luftpistole bzw. ein Kleinkalibergewehr, ein Luftgewehr und drei Luftpistolen gestohlen wurden.

Zum fünfundsiebzigjährigen Bestehen des Schützenvereins wurde vom 18. bis 21. Juli 1975 ein großes Schützenfest veranstaltet.

Erstmals seit Gründung des Vereins konnte ein klassisches – durch 25 teilbares – Jubiläum gebührend gefeiert werden. Feierlichkeiten zum fünfundzwanzig – bzw. fünfzigjährigen Bestehen waren wegen ihres Zeitpunktes kurz nach dem 1. bzw. 2. Weltkrieg nicht vorgenommen worden. So war 1925 der Schock der für uns heute unvorstellbaren Inflation im Jahr 1923 noch nicht überwunden und 1950 war der Schießsport in Deutschland noch verboten.

Um die Jahreswende 1975/1976 wurde erneut im Bürgerhaus Eschbach (vormals Mehrzweckhalle, seit der Gebietsreform und Eingemeindung zur Stadt Usingen Bürgerhaus) eingebrochen und dem Schützenverein einige Gewehre gestohlen.

Nach den Strapazen des Schützenfestes 1975 wurde der Beschluss gefasst, einen mehrtägigen Ausflug nach Österreich zu unternehmen. Die Vorbereitungen begannen und 1978 ging es dann für die Dauer von fünf Tagen nicht ins Zillertal, wie von einigen Mitgliedern sehnlichst gewünscht, sondern nach Aigen in die Steiermark. Die Teilnahme an diesem Kurzurlaub übertraf selbst die kühnsten Erwartungen der Organisatoren, so dass sogar die Anmietung von zwei Bussen notwendig wurde, um die Reisewilligen mitnehmen zu können. Die herzliche Aufnahme durch die Bevölkerung in Aigen führte dazu, dass dieser Ausflug für alle Teilnehmer zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde.

Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre erlebte der Verein einen starken sportlichen Aufschwung beim Luft- und Kleinkalibergewehr.
Vor allem in den Kleinkaliberdisziplinen gelang es den Eschbacher Schützen immer wieder, Kreismeistertitel zu erringen. Und dies, obwohl der Verein seit 1967 über keinen eigenen Kleinkaliberstand mehr verfügte und die Schützen somit zum Training auf benachbarte Stände ausweichen mussten. Die Erfolge gipfelten dann vorläufig dahin, dass bei den Kreismeisterschaften 1983 dem Schützenverein Eschbacher totale Triumph gelang. In drei Disziplinen wurden Kreismeisterschaften ausgetragen und in allen drei Disziplinen – Dreistellungkampf, Schießen auf 100 m und sechzig Schuss liegend – siegten die Eschbacher Schützen sowohl im Einzel- als auch im Mannschaftswettbewerb.
Was Wunder, dass der Wunsch nach einem eigenen Schützenhaus mit Kleinkaliberschießstand aufkam und entsprechende Anträge bei den Behörden gemacht wurden.

1984 wurde wieder ein fünftägiger Ausflug nach Österreich durchgeführt. Diesmal ging die Fahrt nach Ramsau am Dachstein, und erneut war die Nachfrage so groß, dass zwei Busse benötigt wurden, um die Teilnehmerzahl aufnehmen zu können. Die Urlauber wurden nicht enttäuscht, auch dieser Aufenthalt in der herrlichen Bergwelt der Dachsteinregion hat sich gelohnt.

Vom 12. bis 15. Juli 1985 wurde ein viertägiges Schützenfest veranstaltet. Ausschlaggebend für die Durchführung dieses Schützenfestes war der bereits erwähnte Wunsch nach einem eigenen Schützenhaus, wofür der erhoffte Erlös des Festes verwendet werden sollte. Das Schützenfest wurde ein Erfolg. An allen vier Festtagen herrschte Bilderbuchwetter und der Festausschussvorsitzende schwörte Stein und Bein, dass noch niemals an einem Festmontag in Eschbach so viel Bier ausgeschenkt worden wäre.

Bei dem geplanten Neubau eines eigenen Schützenhauses musste der Verein einen Dämpfer hinnehmen. Das in Aussicht gestellt Grundstück lag im Landschaftsschutzgebiert. Verhandlungen mit der Unteren Naturschutzbehörde aufgrund der eingerichteten Bauvoranfrage ergaben, dass ein Bauantrag überhaupt nur dann Aussicht auf Erfolg haben könnte, wenn sich die geplante Anlage in die natürliche Umgebung einfügen würde. Praktisch bedeutete das ungefähr eine Verdopplung der Baukosten, da mit immensen Auflagen seitens der Naturschutzbehörde gerechnet werden musste.

Der Vorstand kam daraufhin zu dem Ergebnis, das Bauvorhaben nicht weiter zu verfolgen und bis auf weiteres Abstand davon zu nehmen.

1986 wurde der Schießstand im Bürgerhaus grundlegend renoviert. Die Wände bekamen einen neuen Anstrich, ein neuer Fußbodenbelag sowie elektrische Scheibenzuganlagen wurden angeschafft. Damit hatte sich der Eschbacher Schützenverein als letzter in Hintertaunus von den alten Handkurbeln verabschiedet.

Zur Jahreswende 1986/1987 ergab sich plötzlich eine neue Situation. Der damalige Pächter der Gaststätte im Bürgerhaus hatte seinen Vertrag zum 31.12.1986 gekündigt. Ein neuer Pächter wurde trotz mehrfacher Ausschreibung durch die Stadt Usingen nicht gefunden. Da die Gaststätte direkt an den Schießstand angrenzt, kam der Vorstand zu dem Entschluss, bei der Stadt Usingen die Überlassung des Gaststättenraumes zu beantragen.

Bei einem Gespräch zwischen Vertretern der Stadt Usingen, des Ortsbeirates Eschbach und der Eschbacher Ortsvereine am 20. Januar 1987 stieß der Antrag des Schützenvereins auf Verständnis. Die Ortsvereine waren mit der Überlassung des Gaststättenraumes an den Schützenverein einverstanden, mit der Stadt Usingen wurde daraufhin ein Nutzungsvertrag geschlossen.

Nun verfügten die Eschbacher Schützen über einen Aufenthaltsraum, den man durchaus als Vereinsheim bezeichnet werden konnte. Dieses Vereinsheim wurde dann 1988 und 1989 in Eigenleistung renoviert, eine Trennwand, Fachwerkgebälk sowie ein neuer Anstrich angebracht.

Am 25. August 1990 wurde im Kleinen Saal des Bürgerhauses eine kleine Feierstunde zum neunzigjährigen Bestehen veranstaltet. Über die Form dieser Jubiläumsfeier wurde im Vorstand in mehreren Satzungen debattiert, die Vorstellungen reichten von einer dreitägigen Festveranstaltung mit Zelt über ein zweitägiges Fest im Großen Saal des Bürgerhauses bis hin zu lediglich einem kleinen Umtrunk im Vereinsheim.

Schließlich fiel die Entscheidung dahingehend, nur einen gemütlichen Abend mit Tanz zu verbringen. Diese Veranstaltung sollte ganz bewusst nicht hoch aufgehängt werden, da erst fünf Jahre zuvor ein Schützenfest veranstaltet worden war und in zehn Jahren das hundertjährige Bestehen groß gefeiert werden sollte.

Zu Beginn der neunziger Jahre kam wieder der Wunsch nach einer mehrtägigen Urlaubsfahrt auf, die aber wegen einer zu geringen Teilnehmerzahl dann doch nicht durchgeführt wurde. Daraufhin wurde 1992 ein Tagesausflug nach Würzburg unternommen, der sehr gut angenommen wurde.

Weitere Tagestouren führten 1994 nach Cochem an der Mosel und 1998 in die Rhön. Dazwischen fand 1996 ein viertägiger Ausflug in die Lüneberger Heide statt. Ab 1993 wurde damit begonnen, die teilweise veralteten vereinseigenen Luftdruckwaffen nach und nach durch neue zu ersetzen und somit mit dem technischen Fortschritt Schritt zu halten.

1995 erfolgte im Bürgerhaus die Einrichtung eines Jugendzentrums (JuZ). Die unmittelbare Nachbarschaft zum JuZ führte dazu, dass eine stattliche Anzahl von Jugendlichen Mitglied im Schützenverein wurde. Die Mitgliederzahl stieg vorübergehend bis auf einhundertachtundzwanzig an, der aktuelle Stand beträgt einhundertfünfzehn.

Ende 1999 wurde im Vereinsheim im Bürgerhaus der Lagerraum renoviert und eine Küche eingebaut. Damit können nunmehr bei der Vereinsveranstaltungen Essenszubereitungen vorgenommen und den Mitgliedern auch Speisen angeboten werden.

Der nunmehr hundertjährige Schützenverein Eschbach möge noch eine lange, glückliche und erfolgreiche Zukunft vor sich haben.